Kirchenrenovierung


Sanierung der protestantischen Kirche in Eisenberg

Die vor 100 Jahren errichtete neugotische Kirche in Eisenberg verlieh der aufstrebenden Industriegemeinde einen das Ortsbild prägenden Schwerpunkt.
Der kreuzförmig angelegte Bau mit hoch aufragendem, schlanken Turm, aus sichtbarem kunstvollen Sandsteinmauerwerk ausgeführt, war für die damalige Kirchengemeinde eine Investition in die Zukunft und sicher ein finanzielles Wagnis. Dank der großzügigen Planung kann die Kirche auch heute selbst bei großen feierlichen Anlässen noch alle Besucher aufnehmen.
Trotz der immer wieder vorgenommenen kleinen Instandsetzungen und Verbesserungen der technischen Ausrüstung ließen sich die alterungsbedingten Verschleißerscheinungen nicht mehr auf die leichte Schulter nehmen. Deshalb faßten Presbyterium und Pfarrer vor 10 Jahren den Entschluß, die Kirche von Grund auf zu sanieren. Mit Hilfe der Bauabteilung der Landeskirche, die den finanziellen Rahmen absteckte, wurden die notwendigen Arbeiten in einzelne Bauabschnitte aufgeteilt. Eine Sanierung in einem Zug ließ sich kostenmäßig nicht verkraften.

Der 1. Bauabschnitt lief in den Jahren 1990 und 1991 ab. Er umfaßte im Bereich der Außenanlage die Reparatur der Sandsteinmauer und Eisengitter, die Sanierung der bleiverglasten Fenster an der Orgel, am Altar und den Emporen mit Schutzverglasung, eine Sandsteinreparatur an der rechten Empore sowie Sicherungs- und Instandsetzungsmaßnahmen an den Dächern des Turmes und Kirchenschiffes. Die Gesamtkosten betrugen 305.000,-- DM.

Es folgte in den Jahren 1992 bis 1994 der 2. Bauabschnitt, der kostenmäßig eine Spitzenposition einnimmt. Zunächst wurden die notwendigen Steinmetzarbeiten an Turm und Bekrönung mit Hilfe einer aufwendigen Einrüstung durchgeführt. Dazu kamen die Erneuerung des Blitzschutzes und die Dachanschlüsse.
Dann schlossen sich im darauf folgenden Jahr die gleichen Arbeiten am Kirchenschiff an, die sich bis zum Frühjahr 1994 ausdehnten. Die nur von Fachkräften zu bewältigende Handarbeit an den Natursteinfassaden und die Rekonstruktion beschädigter Verzierungen ließen die Gesamtkosten dieses Bauabschnittes auf 1.072.000,-- DM anwachsen.

Sicher war das mit ein Grund, daß es erst 1996 mit den Instandsetzungsarbeiten im Rahmen des 3. Bauabschnittes weitergehen konnte. Die Erneuerung des Schieferdaches über dem Kirchenschiff einschließlich der seitlichen Anschlüsse und Nebenarbeiten stand nun an. Bei der Eindeckung in Naturschiefer wurden auch die Kehlen in alter handwerklicher Tradition in Schiefer und nicht in Blech ausgeführt. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 303.000,-- DM.

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Nun geht mit der Innensanierung die vor 10 Jahren beschlossene Gesamtinstandsetzung zu Ende. Der nur kurz bemessene Zeitraum von Anfang Januar 1999 bis Mitte März 1999 zwang zu straff organisierter Abstimmung der Einzelgewerke und zügigen Entscheidungen. Nun präsentiert sich das Innere in hellen, freundlichen Farben und ohne Risse in den Gewölbeflächen. Der erweiterte Altarraum wird sich auf Liturgie und Ablauf der Gottesdienste vorteilhaft auswirken.
Heizung und Beleuchtung wurden optimiert und werden rechtzeitig einsatzbereit sein.
Die Kosten dieses letzten Bauabschnittes sind mit 350.000,-- DM veranschlagt.
Insgesamt wurde also die beträchtliche Summe von 2.030.000,-- DM aufgewendet. Eine Investition für die Zukunft wie vor 100 Jahren.

Eisenberg, den 03. März 1999

Dipl.-Ing. Radenheimer Architekturbüro GmbH


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