Evangelische Kirchengemeinde Eisenberg/Pfalz


Konzertlesung

Mit Musik Schicksale verdeutlicht

EISENBERG: „Grupo Sal“ informiert über „Dritte Welt“-Länder

„Mitreißende lateinamerikanische Klänge, faszinierende Texte und Hintergrund-
informationen zum Thema „Fairer Welthandel“, das alles gab es am Donnerstag im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg bei der Konzertlesung mit dem Autor und Filmemacher Siegfried Pater aus Bonn und den sechs Musikern von „Grupo Sal“.

Zu der Veranstaltung hatte der Verein „Partnerschaft Dritte-Welt Eisenberg/Grünstadt“ in Zusammenarbeit mit dem „neuen landweg“, der Amnesty- International-Gruppe Kirchheimbolanden, der Evangelischen Kirchengemeinde Eisenberg, dem Dekanat sowie dem Ökumenischen Friedenskreis Grünstadt eingeladen.

„Grupo Sal“ - der Name ist spanisch und bedeutet „Salz“ - aus Tübingen existiert seit fast 20 Jahren und engagiert sich gemeinsam mit prominenten Persönlichkeiten wie beispielsweise dem Schauspieler und Autor Dietmar Schönherr, dem nicaraguanischen Schriftsteller Ernesto Cardenal und der Theologin Dorothee Sölle in der Kulturstiftung „Casa de los tres mundos“ (Haus der drei Welten) in der Hauptstadt von Nicaragua, Granada. Sie sammeln Spenden, um bettelarmen Kindern, die von Kriminalität bedroht sind, eine bessere Perspektive aufzuzeigen und unterstützen sie sowohl in kultureller Hinsicht in einer Musikschule als auch beruflich.
 

gruposal.jpg (25 KB) - Foto: Studenski

Mit virtuosen Einlagen begeisterte „Grupo Sal“
aus Tübingen die Zuhörer im Evangelischen
Gemeindehaus in Eisenberg.
FOTO: STUDENSKI


In mehr als 2000 Konzerten, die außer in Deutschland auch in Österreich und der Schweiz gegeben wurden, beschreiben die Musiker mithilfe klassischer und zeitgenössischer lateinamerikanischer Kompositionen menschliche Schicksale wie beispielsweise das eines Rosenverkäufers oder eines ausgebeuteten Kaffeebauers. Sie singen von der Not der Menschen, aber auch von ihrer Würde.

Einfühlsam trug Siegfried Pater sowohl eigene Texte als auch Poetisch- Politisches von Literatur-Nobelpreisträgern wie Pablo Neruda und Heinrich Böll vor.

Pater war selbst als Entwicklungshelfer in Brasilien und hatte sich in den letzten 25 Jahren stets mit wirtschaftlich-sozialen und ökologischen Themen zwischen armen und reichen Ländern befasst. Pater zeigte Zusammenhänge des Welthandels auf, thematisierte die fatalen Auswirkungen des rücksichtslosen Gebarens von Banken, Börsen und Industrieriesen auf die Länder und stellte im Gegensatz dazu die „konkrete Utopie“ einer gerechten Wirtschaftsordnung vor.

Es sind nicht die dramatischen Reden eines fanatischen Menschen, sondern eher ruhige Töne, die Pater anschlägt. Kleine Geschichten, geistreich und teilweise auch witzig verpackt, wie etwa das Gespräch zweier Kaffeebohnen, erreichten die Zuhörer und stimmten nachdenklich.

Dazwischen, und auch zur Untermalung der Texte, virtuose Einlagen des Tübinger Flötisten Roland Geiger, fein abgestimmt mit den Instrumentalisten Harald Schneider aus Oggersheim (Klarinette) und dem Stuttgarter, Kurt Holzkämper am Kontrabass. Herausragend der Bariton des Sängers Fernando Dias Costa aus Portugal, der von weich bis voluminös alle Nuancen leidenschaftlich vortrug und das Publikum hellauf begeisterte.

Bei einigen Stücken übernahm der gebürtige Chilene Roberto Deimel die Rolle des Leadsängers, unterstützt von dem in Weisenheim am Sand lebenden Argentinier Anibal Civilotti. Am Mischpult sorgte Bernward Müller für eine saubere Technik. Die Musik „lebte“ und vermittelte die trotz aller Armut überschäumende Lebenslust, die der lateinamerikanischen Mentalität eigen ist. (eha)

Die Rheinpfalz - Nr. 219, Montag, 20. September 2004


 

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